Windeln für das Rathaus

In der Werra Rundschau stand es schwarz auf weiß: Bonus für Babys und Alte. Die Stadt Wanfried wird einen Windelbonus einführen. Müllsäcke, die ein Volumen von 70 Litern fassen, werden ausschließlich im Rathaus verteilt. 5.000 Euro lässt sich die Stadt das kosten. Familien mit Kindern unter drei Jahren und inkontinente Menschen bekommen pro Jahr vier Müllsäcke.
Das stelle man sich doch mal bildhaft vor: Angenommen die Stadtverwaltung hat im Rathaus 10 Angestellte; jeder von denen bekommt vier Müllsäcke; die kosten 5.000 Euro, also pro Sack 125 Euro. Was sollen die denn mit den Säcken machen? Möglicherweise wird jeder Mitarbeiter nach der ersten Arbeitsschicht an einer der Zufahrtsstraßen von Wanfried platziert, um dort eine Art Maut zu kassieren. Das Geld kommt in den Sack. Erst, wenn ein Sack voll ist, kann der nächste aufgemacht werden. Und weil Klimpergeld schwer ist, wird der Sack aus einem Material gesponnen, das man auch in der Raumfahrttechnik verwendet, und deshalb kostet er 125 Euro.
Dem Wilhelm ist bewusst, dass die Abholung inkontinenter Menschen ein heikles Thema ist, das jedenfalls schreibt Herr Stück von der WR. Die Abholung werde im Rathaus äußert sensibel behandelt, so Gebhard durch Stück. Wenn aber alle inkontinenten Menschen aus dem Rathaus sowieso abgeholt werden, wofür brauchen die dann noch die teuren Windelbeutel?
Außerdem, und das finde ich persönlich sehr bedenklich, müssen die Angestellten der Stadtverwaltung per Attest nachweisen, dass sie krank sind und eines Müllsackes würdig.
Ich weiß nicht, ob hier nicht das Kind mit dem Bade ausgekippt oder besser gesagt, mit der Windel entsorgt wird? Vielleicht sollten die Angestellten bei ihren Krankenkassen Toilettenstühle beantragen, das zahlt die Krankenkasse und entlastet die defizitäre Stadtkasse.
Oder hat Herr Stück sich einfach falsch ausgedrückt? Also ich weiß nicht.