Der Luchs ist zurück

Der Luchs im Werra-Meißner-Kreis. Diese Nachricht konnte der Luchsbeauftrage des Werra-Meißner-Kreises, Stefan Boschen, den Jägern des Hegerings Wanfried auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung überbringen. Doch bevor die Jäger den Vortrag des Luchsfachmannes hörten, gedachten sie dem im Sommer verstorbenen Ehrenvorsitzenden Hans-Egenolf Freiherr Roeder von Diersburg, der „seinen Hegering“ viele Jahrzehnte geprägt und unterstützt hatte. Erster Vorsitzender Hubertus Freiherr Roeder von Diersburg erinnerte an seinen „Onkel Hans“, dem der Fachvortrag sicher gut gefallen hätte.

Stefan Boschen, Forst- und Gutsverwalter von Gut Hohenhaus konnte zum Vorkommen des Luchses Gutes vermelden. Laut Hessenluchs gab es 360 Meldungen im Jahr 2010, allein 76 im Werra-Meißner-Kreis. Er sei gesichtet, gefährtet oder gehört worden, erklärte Boschen. In Melsungen gingen die Luchse bereits in Fotofallen, die mit Bewegungsmeldern ausgestattet sind. Bei ihm und einem Kollegen werden Meldungen gesammelt, wenn die einheimische Großkatze mit den Pinselohren und Stummelschwanz im Werra-Meißner-Kreis erkannt wurde. Als Mitarbeiter des Arbeitskreises Hessenluchs ist Boschen einer von zwei Luchsbeauftragten, die durch immer wieder Fortbildungen besuchen, um dann bei Informationsveranstaltungen auch Jäger aufklären zu können. „Jäger müssen die Spuren dieser großen Katzen lesen zu können und sie in ihren Revieren zu akzeptieren“, so Boschen, denn nur so gehe Artenschutz.

„Der Luchs darf nicht geschossen werden, aber er wird oftmals noch als Feind angesehen“, sagte Boschen. Dabei sei der Luchs keinesfalls ein Revier- oder Gatterräuber. Schließlich seien diese als Einzelgänger auf einer Fläche von 30.000 Hektar unterwegs. Beute sind Rehe, Füchse, Waschbären und viele kleine Säugetiere und Insekten. Kontakt zu Menschen und Haustieren meidet der Luchs. Ein Miteinander mit ihm sei ohne Risiko, so Stefan Boschen und verwies auf die Internetseite: www.luchs-in-hessen.de, dort kann sich jeder die Laute, die Spuren und wunderbare Bilder über das Wildtier ansehen, dass seit 1833 als ausgerottet galt und als bedrohte Tierart wieder zurück ist in den Wäldern des Werra-Meißner-Kreises.