874 bis 1385

874 wird das Dorf Großburschla in Urkunden genannt und geschrieben, dass es wie Wanfried und Treffurt an der Werra liegt.
969 wird das Kloster in Großburschla von Weinharius, Abt aus Fulda, mit einem Münster umfunktioniert.
1247 werden die Kragenburg und die Burg Heldrastein von Treffurtern, Wanfriedern und Eschwegern gebaut.
1249 müssen die Burgen wieder abgerissen werden.
1293 wird Wanfried, was zu Thüringen gehört, an Nürnberg verkauft. Verkäufer: Landgraf Albert der Entartete, Käufer: Kaiser Adolf von Nassau.
1306 kauft Landgraf Heinrich I. die Burg und das Dorf Wanfried den Thüringern ab. Wanfried ist damals unter verschiedenen Edelleuten aufgeteilt. Und weil der Heinrich I. einmal mit Adelheid von Braunschweig und dann mit Mathilde von Kleve verheiratet war, hat er drei Söhne aus zwei Ehen. Wanfried kriegt der Johannes, Sohn von Mathilde, geschenkt. Heinrich und Otto aus erster Ehe kriegen was anderes zum Spielen.
Zur Burg gibt’s noch was Interessantes. Die stand an der Stelle, wo heute das Landgrafenschloss ist. Da sind noch Überreste des alten Residenzschlosses zu sehen. Der Wassergraben zum Beispiel, wo der Gatterbach durchgeflossen ist, bevor man ihn 1902 in einen Kanal gezwängt hat. Der Gatterbach fließt ja Bei der Grube unsichtbar unter der Straße lang. Man kann sich aber vorstellen, wie er einst die Wassergräber des Schlossen umspült hat. Romantisch war das. War das…
1308 und zwar am 21. Dezember stirb Heinrich I., der auch der erste Landgraf von Hessen war und „das Kind“ genannt wurde. Übrigens war der ein Enkelsohn der Heiligen Elisabeth von Thüringen. Ihre Tochter Sophie, geboren 1224, heiratete Heinrich II. Herzog von Brabant . Die beiden haben 1244 den Heinrich I. gekriegt. Damit ist die Heilige Elisabeth die Stammmutter des Hauses Hessens und irgendwo auch Wanfrieds.
1311 genauer gesagt am 18. Februar stirbt der Wanfried-Besitzer, Landgraf Johannes von Hessen. Und weil der es nicht auf die Reihe gekriegt hatte, Kinder zu zeugen, geht Niederhessen mit Wanfried an den Landgrafen Otto, seinen Halbbruder.
1328 am 17. Januar stirbt Landgraf Otto von Hessen. Und jetzt kommt endlich mal was in Gang. Der Landgraf Heinrich der Eiserne übernimmt Wanfried. Im selben Jahr wird der Ort von Hermann II. von Treffurt überfallen und geplündert. Im nächsten Jahr wird das böse gerächt. Wir lassen uns nix gefallen! Unter Friedrich II. von Spangenberg wird die Burg Normannstein erobert und Hermann II. muss einen Burgfrieden schließen.
1333 sind die Herren von Treffurt immer noch hinterlistige Grenzübertreter. Die machen dauernd Überfälle auf hessische, thüringische und mainzer Gebiete. Und weil das die Fürsten von Hessen und Thüringen total satt haben, wird Treffurt im Frühjahr 1333 kurzerhand belagert und erobert. Dem Hermann II. wird seine Besitz für „verlustig“ erklärt, was für ihn nicht so lustig war, wie sich das jetzt anhört. Die sagen: „Hier, alle deine Sachen sind jetzt verlustig. Und gehören jetzt lustigerweise mir.“ Dann werden die Stadt Treffurt und die Burg Normannstein unter den lustigen Fürsten aufgeteilt, die dem Hermann seinen Besitz abgeluchst haben.
1334 kommt Hermann II. aber nach Treffurt zurück. Total sauer ist der noch. Klar, dass der sich das nicht gefallen lassen kann. Von wegen verlustig. Kurzerhand, nach viel Hauen und Stechen, besetzt er die Stadt und die Burg wieder. Dabei hat er die Türme des Klosters Burschla kaputt gemacht, was die anderen ziemlich geärgert hat.
1336 und zwar Mitte September, wird Treffurt schon wieder angegriffen und zerstört. Erzbischof Balduin und Friedrich der Ernsthafte reißen sich die Stadt und die Burg und ihre schwarzen Fingernägel. Friedrich II. von Spangenberg kriegt dabei einen Pfeil ins Auge und ist total schwer verletzt. Man bringt ihn nach Wanfried, legt ihn im Hospital St. Nicolai ab und da stirbt er dann, von allen verlassen. Wegen Pflegenotstand.
1342 gibt’s eine große Überschwemmung durch die Werra.
1346 stürzt Hermann II. von Treffurt vom Heldrastein. Ganz gefährlich von einem steilen Felsen. Und weil er sich selbst wundert, warum er den Sturz überlebt hat, geht er für den Rest seines Lebens ins Cyriakuskloster nach Eisenach. Da stirbt er ein Jahr später. Vielleicht ist das Leben im Kloster gefährlicher als der Sturz von einem Felsen.
1348 gibt’s ein schreckliches Erdbeben, die Pest bricht danach aus.
1373 wird ein Erdverbrüderungsvertrag zwischen Hessen und Thüringen geschlossen.
1375 da hat am 7. April Otto der Schlimme und Herzog von Braunschweig, um seinem Namen gerecht zu werden, Eschwege aufs Korn genommen und gestürmt. Die Eschweger haben sich natürlich gewehrt und Ottos Heer verkloppt was ging. Wieder Gemetzel, Scharmützel, Mord und Todschlag. Ritterspiele eben. Auf den Flächen zwischen Aue und Niederdünzebach ging die Schlacht ab und die Leuchtberge sollen deshalb Leuchtberge heißen, weil sie wegen der vielen Toten Leichenberge getauft wurden. Sinnig, Leucht – Leichen, klaro. Da lagen also Berge von Leichen. Igitt.
1376 stirbt Heinrich der Eiserne, sein Neffe Hermann der Gelehrte übernimmt die Regierung. Was sich erst mal unspektakulär anhört.
1385 gibt es schon wieder Krieg. Wieder sind die Fürsten von Thüringen und Braunschweig mit dabei, dann noch die Mainzer, alle gegen den Landgrafen Hermann, das ist gemein. Und die Mainzer haben tatsächlich viele Orte Hessens dabei erobert.

Und weiter gehts mit: 1413 bis 1568…