Versprecher machen Spaß

Auch ich frage mich, wie es mit Hessen jetzt – lange nach der Wahl – weitergehen wird. Das Ergebnis wirkt sich doch auch auf unsere Stadt und das Jubiläumsjahr aus. Wer wird Hessen als Minister regieren? Männlein oder Weiblein? Teufel, dein Name ist Mann! Hexe, dein Name ist Weib! Und beide wollen doch wie immer nur das Eine.
Der Mann denkt – und das kriegt er ja auch mit dem Taufwasser auf die Stirn geschrieben – die Frau sei ihm Untertan; die Frau meint dies durch weibliche Reize und listige Tricks einfach auslöschen zu können; er macht klare Ansagen, wie auch immer er sie meint; sie macht Versprechungen und verspricht sich vieles daraus.
Es klappt aber weder mit dem Einen noch mit der Anderen. Letztendlich verziehen sich beide für eine Weile und heraus kommt: nur die neue/alte Hexenfrau. Aber sie ist frisch, ihre Augen blitzen, die Lippen sind roter als rot, sie sind knallrot. Nur der Lippenstift spannt etwas. Das Sprechen fällt ihr schwer. Vor allem mit denen, die so link sind, dass sie Linke heißen. Das ist schwer. Aber so ist das Leben eben. Wer hat denn gesagt, dass es immer mit rechten Dingen zugehen muss? Es geht auch mit linken Dingern.
Außerdem ist es nicht immer gut, wenn alle gleich von vorn herein wissen worauf sie sich bei einer Wahl einlassen. Dann ist ja die ganze Spannung weg. Hier und da mal eine kleine Überraschung und schon ist das Leben wieder lebenswert. Wenn man immer vorher schon weiß, was hinterher ist, könnten wir alle morgens im Bett bleiben.
Politik wird übrigens auch im Bett gemacht. So sagt Mann. Wenn das an dem ist, müssten die nicht mal miteinander reden und wüssten hinterher ganz genau, wer zu wem passt. Also dann: Auf zu neuen, anderen Ufern!
Und was hat das alles jetzt mit dem Jubiläumsjahr zu tun? Eigentlich gar nix, nur die Kleiderfrage könnte sich neu stellen, denn mit einer Ministerpräsidentin fühlen wir uns alle vielleicht viel femininer und laufen beim Renaissance-Fest im Kleid herum. Das wird ein Spaß, gelacht wird später!