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Arche Wanfried im Jahr 2012

Wir schreiben das Jahr 2012_Aufwärts in der Provinz – Der Klimawandel macht’s möglich. Der demografische Wandel in Deutschland ist Fakt. Einige erleben ihn als immer wiederkehrende Pressemeldung, doch für viele Kommunen ist er Realität. Die einen warten und hoffen, die anderen handeln. Bürgermeister Wilhelm Gebhard aus dem nordhessischen Wanfried glaubt nicht an Wunder, darum handelt er. Der 35-jährige Betriebswirt hat im Jahr 2007 das Amt des Stadtoberhauptes seiner Heimatstadt im Werra-Meißner-Kreis übernommen. Im Wahlkampf versprach er die Vermarktung der Stadt, und dass er Wanfried zu einer Marke machen wolle. Einnahmen kann die Kleinstadt an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze gut gebrauchen.…

Stadtführerin aus Leidenschaft

Büdingen. Die Fachwerkhäuser der Stadt strahlen in der Nachmittagssonne. An den Mauern des Festungswalls, an Häusern, Brunnen und Plätzen zieren bunt bepflanzte Blumenkästen die Straßen und Gassen. Büdingen zeigt sich an diesem Sommertag von seiner schönsten Seite. Alte Kastanien tragen üppiges, frisches Grün, die Bauerngärten zwischen der inneren und der äußeren Stadtmauer haben ihre sommerliche Vielfalt vor den Menschen ausgebreitet. Es scheint, als hätte die Stadt ihren „Tisch“ besonders hübsch eingedeckt für die Gäste, die sich am Flair der mittelalterlichen Stadt laben wollen. In Büdingen sind sie richtig. Die Stadt mit dem einzigartigen Festungswall zieht jedes Jahr zehntausende Besucher an.…

Hetzschrift aus 1939

Juden im Werratal Was die Archive der Stadt Wanfried berichten. (Lesen Sie dazu auch: 200-Prozentige und die Anderen) Ein Zeitungsartikel im Eschweger Tageblatt aus dem Jahr 1939. Verfasser P. Wie Diebe in der Nacht sind sie auch in das Werratal gekommen. Die Zeit des Einbruchs dieser asiatischen Parasiten in die Kultur und Wirtschaft unserer Heimat ist nicht mehr festzustellen. Höchstwahrscheinlich fällt sie schon in das 15. Jahrhundert. Ein Grabstein auf dem jüdischen Totenhof in Wanfried trägt die Jahreszahl 1432. Dann sind sie Jahrhunderte lang verschwunden. Die Wanfrieder Chronik deutet an, dass sie bei einer Verfolgung verbrannt worden seien. An Gründen…

An der Grenze lernen

25. November 2013, Wanfried Ein Todesstreifen, mitten durch Deutschland. Heute ist das kaum noch vorstellbar. Doch es gab ihn, und er war menschenverachtend. Davon konnten sich 19 Schüler der Max-Beckmann-Schule aus Frankfurt am Main im Jahr 2008 ihr ganz eigenes Bild machen. Geschichtslehrer Klaus-Jürgen Wetz hatte seinen Unterricht direkt an die ehemalige innerdeutsche Grenze verlegt. Mit einem Kollegen und den Schülern der Jahrgangsstufe 12 fuhren sie auf Fahrrädern von Heiligenstadt in Thüringen nach Hessen, wo Tann in der Rhön das Ziel war. In sieben Tagen legten sie 220 Kilometer entlang der einstigen Grenze zurück. Für diesen aktiven Geschichtsunterricht bekam der…

Spurensuche an der ehemaligen Grenze

17. August 2010, Wanfried-Altenburschla. Am Dienstagmorgen stiegen Tim Boardman und David Wilson in Boston/England ins Auto und fuhren los. Auf dem Autozug durchqueren sie den Eurotunnel, dann ging es über deutsche Autobahnen direkt nach Wanfried-Altenburschla. Am Abend checkten sie im Landhotel am Anger ein. Zwei Tage hatten sie sich frei genommen, um noch einmal an den Ort zurück zu kehren, wo sie den Kalten Krieg am eigenen Leib miterlebt hatten. „Uns läuft es heute noch kalt den Rücken runter, wenn wir daran denken“, sagten beide. Es ist ungefähr 16 Uhr. Am Grenzstein 51 auf den Mainzer Köpfen oberhalb von Altenburschla…